Schlüssel zu einem guten Selbstgefühl
Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit, sich selbst in liebevoller und verständnisvoller Weise zu begegnen – besonders in schwierigen Situationen. Es bedeutet, mit den eigenen Fehlern, Schwächen und auch mit Schmerz genauso freundlich und nachsichtig umzugehen, wie mit einem guten Freund oder einer Freundin. Wer Selbstmitgefühl entwickelt, kultiviert ein positives Selbstgefühl, erhöht sein Wohlbefinden und baut emotionale Widerstandskraft auf.
Warum ist Selbstmitgefühl wichtig?
Ein gutes Selbstgefühl basiert nicht nur auf Selbstvertrauen, sondern auf der Bereitschaft, eigene Schwächen und Fehler anzunehmen. Selbstmitgefühl führt nachweislich zu mehr Lebenszufriedenheit, weniger Stress, mehr Optimismus und innerer Ruhe. Die innere Haltung verändert sich: Es wird weniger hart mit sich ins Gericht gegangen, kann Fehler als Teil des Menschseins akzeptieren und erlebt so mehr Leichtigkeit und Verbundenheit mit sich selbst.
Therapietools – Selbstmitgefühl in der Praxis
In der Therapie gibt es eine Vielzahl von Werkzeugen, die gezielt das Selbstmitgefühl fördern. Dazu gehören Achtsamkeitsübungen, liebevolle Atemmeditationen und Visualisierungen, in denen jeder sich so behandelt, als wäre er oder sie ein guter Freund. Programme wie „Mindful Self-Compassion“ (MSC) und die Compassion Focused Therapy bieten strukturierte Ansätze mit Übungen, die das Einfühlungsvermögen und die Selbstfürsorge nachhaltig stärken.
Eine der einfachsten und wirksamsten Körperübungen ist die unterstützende Berührung:
- Suche einen ruhigen Ort, schliesse die Augen und lege die Hand auf dein Herz oder deine Wange.
- Atme ruhig und spüre die Wärme deiner Berührung.
- Denke an eine schwierige Situation und sage dir: „Es ist okay, wie ich mich gerade fühle.“
- Lass die Berührung Trost und Stärke spenden.
Diese Übung kann helfen, negative Selbstkritik zu beruhigen und ein Gefühl von Geborgenheit und innerer Ruhe zu erzeugen.
Wie fühlt sich Selbstmitgefühl an? – Ein alltagsnahes Beispiel
A. kommt nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause, fühlt sich ausgelaugt und ist enttäuscht, weil ihr ein Fehler unterlaufen ist. Früher hätte sie sich Vorwürfe gemacht und hart mit sich ins Gericht gegangen. Heute übt sie Selbstmitgefühl: Sie nimmt ihren Ärger bewusst wahr, legt die Hände auf ihr Herz und sagt sich: „Fehler sind menschlich. Ich darf freundlich mit mir sein.“ Während sie ein paar tiefe Atemzüge nimmt, beruhigt sich ihr Körper, ihre Gedanken werden milder und sie fühlt Wärme und Verständnis für sich selbst. Anna spürt: Sie ist getröstet und aufgeladen, statt niedergeschlagen.
Selbstmitgefühl fühlt sich wie eine innere Umarmung an – ein Gefühl von Akzeptanz, Trost und Erneuerung. Mit ein wenig Übung wird diese Haltung mehr und mehr zum verlässlichen Begleiter im Alltag.
Selbstmitgefühl kann jeder lernen – als Werkzeug für mehr Balance, Ruhe und Lebensfreude, auch in herausfordernden Zeiten – hilft übrigens auch bei einem wütenden Chef.
Hilfe und Beratung biete ich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in individuell angepassten Einzelsitzungen
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