Die Lerntherapie ist nicht nur eine wichtige Unterstützung dabei, das "Lernen (neu) zu lernen", sie fördert auch die persönliche Entwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen und verbessert die Kommunikation innerhalb der Familie.

Warum Lerntherapie?

Beim Lernen sind Konflikte zwischen Eltern und Kind vorprogrammiert. Oft fehlt die Geduld oder das Verständnis, was das Kind gerade durchlebt. Auch das Kind versteht nicht, warum sich plötzlich sein Verhältnis zu den Eltern ändert, warum sie gereizt und frustriert sind.

Wie kann beim Kind die Lernfreude gesteigert und der Stress mit den Eltern gelindert werden? Im Rahmen unserer gemeinsamen Arbeit erhalten Sie wertvolle kleine Tipps von mir, die in allen Lebenslagen hilfreich sind. Meist braucht es zur Umsetzung täglich nur ein paar Minuten Zeit.

In erster Linie muss die Leseflüssigkeit gefordert und gefördert und der Lerngegenstand interessant gestaltet werden. Wird das Kind neugierig auf die Materie, kommt der natürliche Lernwille (wieder) zutage, das Lernen wird zum Vergnügen. Der Erfolg stärkt das Selbstbewusstsein und die Motivation.

Was ist eine Lerntherapie?

Es handelt sich dabei um eine ausserschulische Förderung für Lernende, die grundlegende Schwierigkeiten in den Bereichen Lesen, (Recht-)Schreiben, Rechnen und/oder Konzentrationsfähigkeit haben bzw. unter AD(H)S leiden. In diesen Fällen ist das Grundverständnis nachweislich nicht voll ausgebildet bzw. gar nicht vorhanden. Es kann nur langsam und mit viel Geduld aufgebaut werden. Die Lerntherapie beruht auf einer spezifischen Diagnostik, welche die individuellen Schwierigkeiten des Kindes aufgreift, um daran zu arbeiten – dazu bedarf es der Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht um Wahrnehmen, Erkennen und Verstehen. Das Ziel der Lerntherapie ist das (Wieder-)Finden der Lernkompetenz.
In der Lerntherapie beginnt die Entwicklung mit Ent-Wicklung, dem Entwirren der Strukturen – die grösste Herausforderung in der Lerntherapie. Das effektive Lernen bedeutet Neulernen. (Imitation, Umlernen oder Verlernen des Bisherigen – ein revolutionärer Vorgang).
Lernen geschieht durch die Persönlichkeit. Die Persönlichkeit ihrerseits entwickelt sich in und durch Beziehung. Um diese Prozesse zu fördern, verhalten sich Lerntherapeuten nicht als „Lehrmeister“ oder „Trainer“, sondern begeben sich in eine sensible therapeutische Haltung und Beziehung. Diese fördern und erleichtern Veränderungen und Entwicklungsprozesse. (Armin Metzger)

Wie funktioniert Lerntherapie?

Die lerntherapeutische Förderung schafft grundlegende inhaltliche und psychische Voraussetzungen für einen Neuanfang im Lernen. Der Lernende sollte die Chance bekommen, Gelerntes wirklich zu begreifen und umsetzen zu können. Lernen und Entwicklung passieren nicht losgelöst voneinander. Persönlichkeits- und Lernentwicklung geschehen wechselseitig, können sich gegenseitig befruchten und fördern, aber auch hemmen und stören. LLS sollten daher nicht nur in schulischer Hinsicht gesehen werden, sondern als wichtiger Faktor – bzw. Störfaktor – in der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen. Soziale Integrationsprobleme oder psychoneurotische Sekundärproblematiken müssen in der Lerntherapie unbedingt berücksichtigt und mit aufgearbeitet werden. Die Identität des lernenden Kindes bzw. Jugendlichen ist das Entscheidende, diese entsteht durch Selbstwahrnehmung und Selbst(be)achtung!

Annahmen und Grundlagen der Lerntherapie

Jeder Mensch entwickelt sich. Die Entwicklung erfolgt in allen existenziellen Bereichen: sozialen, ökonomischen, emotionalen, biologischen und kognitiven. Der jeweilige Akt der Veränderung und Entwicklung beruht auf einem komplexen Prozess, den wir LERNEN nennen. Dieser steht in engster Verbindung mit der Persönlichkeitsentwicklung.

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“

Laotse
6. Jahrhundert vor Christus
chinesischer Philosoph