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Alltagsbewältigung – Hol dir deine eigene Sonne gegen das Grau des Alltags

Seit Wochen ist es kalt, grau, nass. Der Nebel hängt tief – nicht nur draussen, sondern auch in uns. Viele spüren es körperlich und seelisch: Uns fehlt Wärme. Uns fehlt Leichtigkeit. Und oft fehlt uns auch der menschliche Kontakt, der Blick, das Lächeln, die kurze Begegnung, die gut tut.

Die Welt steht Kopf. Nachrichten über Krisen, Kriege, Katastrophen – und gleichzeitig der ganz persönliche Alltag, der uns fordert. Da ist es nicht weit bis zu der Frage:
Wie komme ich aus meinem eigenen „Tief“ der negativen Gedanken wieder heraus?

Ein kleiner Moment – und plötzlich wird es hell

Heute Morgen hatte ich Glück. Ganz unspektakulär – und doch entscheidend.
Beim Bäcker treffe ich eine liebe Bekannte. Sie fragt mich, ob ich in zwei Wochen mit ihr wandern gehen möchte. Wandern – eines meiner liebsten Dinge auf der Welt. Dieser kurze Satz: „Hast du Lust, mitzukommen?“ war für mich wie ein Sonnenstrahl.

Auf dem Rückweg laufe ich wieder durch den Nebel. Die Stimmung rutscht schon wieder nach unten. Und dann höre ich im Radio „La Montanara“ von Rudy Giovanni. Für mich ein Lied, an dem keine Sonne vorbeikommt. In mir wird es plötzlich wieder weit, hell, bergig. Der Nebel ist noch da – aber er bestimmt nicht mehr alles.

Diese zwei Momente haben mir gezeigt: Die Sonne kommt nicht immer von allein. Manchmal müssen wir sie uns holen.

Was ist deine „eigene Sonne“?

Jeder Mensch hat etwas, das innerlich Licht macht. Manchmal ist es verschüttet, manchmal scheint es uns zu klein oder zu unbedeutend. Aber genau dort liegt ein Schlüssel.

Fragen, die Du Dir stellen kannst:

  • Welche Tätigkeit lässt mich die Zeit vergessen (auch wenn ich müde bin)?
  • Welche Menschen tun mir wirklich gut – nach einem Kontakt mit ihnen geht es mir spürbar besser?
  • Welche Musik, welcher Ort, welcher Duft oder welches Ritual wärmt mich innerlich?

Für mich sind es zum Beispiel: Wandern, gute Gespräche, bestimmte Musik, meine Katze, meine Arbeit und liebe Menschen. Für Dich kann es etwas ganz anderes sein: Gärtnern, Zeichnen, Tanzen in der Küche, ein Buch, ein Bad, Stricken, Yoga, Handwerken, Tiere, Schreiben, ein Espresso an deinem Lieblingsort.
Es geht nicht darum, „gut“ zu sein, sondern lebendig.

Leben ist Lernen – und „Sonne holen“ ist Lifelonglearning

Lernen wird oft mit Schule, Prüfungen und Leistung verbunden. Doch in Wahrheit ist Lernen viel mehr:

  • mich selbst besser verstehen
  • merken, was mir guttut
  • entdecken, was mir Energie gibt – und was sie mir raubt
  • neue Wege ausprobieren, wenn die alten nicht mehr funktionieren

„Hol dir deine eigene Sonne“ ist genau das: ein Lernprozess. Und zwar einer, der nie aufhört. Lifelonglearning heisst auch:

  • Ich darf neu lernen, wie ich für mich sorge.
  • Ich darf Strategien entwickeln, um nicht in meinen negativen Gedanken stecken zu bleiben.
  • Ich darf immer wieder üben, mir Hilfe zu holen – in Form von Menschen, Bewegung, Struktur, Musik, Natur oder auch professioneller Unterstützung.

Wie kann ich mich selbst motivieren?

Motivation fällt selten vom Himmel. Sie entsteht oft aus sehr kleinen Schritten. Einige mögliche Ansätze:

  • •Mini-Aufgaben statt grosser Pläne
    „Heute gehe ich 10 Minuten raus“ statt „Ich muss endlich wieder mehr Sport machen.“
    „Ich rufe eine Person an“ statt „Ich sollte mich mehr melden.“
  • Verabredungen mit Menschen
    So wie die Wanderverabredung beim Bäcker: Wenn jemand auf mich wartet, komme ich eher in Bewegung. Wir sind soziale Wesen – Beziehung ist eine starke Kraft.
  • Sinn statt „Zähne zusammenbeissen“
    Frage dich: Wofür lohnt es sich, heute aufzustehen? Manchmal ist es etwas ganz Kleines: für den Hund, für ein Kind, für einen Patienten, für ein Projekt, für einen schönen Moment nur für dich.
  • Rituale als „Sonnenanker“
    Eine Tasse Tee am Fenster, ein bestimmtes Lied, ein kurzer Spaziergang immer zur gleichen Zeit, ein Dankbarkeitsmoment am Abend: „Was war heute mein kleiner Sonnenstrahl?“

Wie geht es euch?

Ich bin neugierig:

  • Wie holt ihr euch eure eigene Sonne, wenn draussen (und drinnen) alles grau ist?
  • Welche kleinen Rituale, Begegnungen oder Aktivitäten bringen euch wieder ein Stück in die Wärme?
  • Was habt ihr im Laufe eures Lebens darüber gelernt, wie ihr aus dunklen Phasen wieder herausfindet?

Schreibt mir gern, was für euch funktioniert – vielleicht wird aus euren Ideen eine kleine Sammlung von „Sonnenmomenten“, aus der andere schöpfen können.
Denn: Die grosse Sonne am Himmel können wir nicht steuern.
Aber wir können lernen, unsere eigenen Quellen von Licht, Wärme und Verbundenheit zu entdecken – und sie uns wieder zu holen, wenn der Nebel sich breitmacht.

Hilfe und Beratung biete ich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in individuell angepassten Einzelsitzungen

Sie können mich gerne kontaktieren unter:

+41 79 923 85 32